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…mit Geduld und Disziplin zum Erfolg!

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Market Wizards light

Gerade habe ich das Buch Die Top-Trader von Jake Bernstein durchgelesen. Hauptteil des Buches sind 8 Interviews mit mehr oder weniger bekannten Tradern, Autoren und Analysten. Konzept und Aufbau des Buches erinnern stark an die Buchreihe Magier der Märkte (Market Wizards). Inhaltlich sind die Interviews durchaus interessant und ich habe einige neue Denkanstöße daraus mitgenommen, z.B. aus dem Interview mit George Lane:

Market Wizards light5 bis 8 Vermögen pro Jahr

Haben Ihnen spezielle Erfahrungen Ihren Trading-Erfolg erleichtert oder erschwert? (…) “Ich habe gelernt, dass es im Jahr etwa 5 bis 8 ungewöhnlich profitable Märkte gibt. Wenn man nun geduldig wartet und jede Woche mehrere Stunden damit verbringt, die Monats-, Wochen- und langfristigen Märkte zu studieren und in diese frühzeitig einsteigt, gibt es jedes Jahr mehrere Gelegenheiten, ein wirkliches Vermögen zu machen. Allerdings braucht man unheimlich viel Geduld. Manchmal dauert es Monate, bis sich ein Markt entsprechend entwickelt.”

Magier der Märkte vs. Market Wizards light

Natürlich hat es jedes Trader-Interview-Buch neben den unglaublich guten Market Wizards von Jack Schwager sehr schwer. Was ich an Jake Bernsteins Buch ganz konkret zu bemängeln habe ist folgendes:

  • die Interviews selbst sind sehr kurz, oft nur vier (nicht allzu große) Seiten in großer Schrift und mit großzügigem Zeilenabstand. Spaßeshalber habe ich mir gerade mal die Mühe gemacht nachzuzählen: Die Interviews füllen 37 (!) von 198 Seiten des Buches. Auf jedes Interview folgt dann die “Analyse des Interviews”, die oft genauso lang ist wie das Interview selbst… spätestens hier beschleicht den aufmerksamen Leser das Gefühl, dass der Autor möglicherweise nicht genügend (hochkarätige) Interviewpartner gefunden hat, um 200 Seiten zu füllen.
  • fast alle Interviews enthalten exakt dieselben Fragen in derselben Reihenfolge, kaum einmal geht der Autor individuell auf sein Gegenüber ein oder hakt nach, um aufschlussreichere Antworten zu bekommen.

Herr Oberlehrer Bernstein

Darüber hinaus wirkt Bernsteins Schreibe auf mich streckenweise recht oberlehrerhaft und ich habe den Eindruck, dass er sich mit diesem Buch irgendwie (Jack Schwager gegenüber?) profilieren will. Das Buch Die Top-Trader ist in Deutschland bereits 1994 erschienen. Der Inhalt ist aber zeitlos und heute so aktuell wie damals.

Fazit zu “Die Top-Trader” aka Market Wizards light

Die Interviews sind großenteils sehr interessant, ebenso ein Teil der persönlichen Erfahrungen und Tipps des Autors. Was nervt, sind die vielen Wiederholungen, mit denen das Buch krampfhaft auf 200 Seiten aufgebläht wurde. Die Kerninhalte hätten locker auf 50 Seiten Platz gefunden. Nicht so ernst nehmen darf man den zweiten Teil des Untertitels “…und wie auch Sie zum Top-Trader werden!”, denn konkrete Methoden oder Systeme werden im Buch nicht erläutert. Lange Rede, kurzer Sinn: Zum Normalpreis von 50 € rate ich vom Kauf ab. Gebraucht für kleines Geld lohnt es allemal.

Magier der Märkte II – Buchtipp!

Auch der zweite Band der Buchreihe “Magier der Märkte” (Market Wizards) von Jack Schwager steckt voller nützlicher Ideen fürs Trading. Aus jedem einzelnen Interview konnte ich für mich interessante Denkanstöße ziehen, so unterschiedlich die Methoden der einzelnen Trader auch sind.

Disziplin, Risikokontrolle, passende Methode

Drei Dinge, die bei allen Interviewten auftauchen, sind Disziplin und Risikokontrolle sowie die Erkenntnis, dass jeder Trader eine für sich persönlich passende Methode finden bzw. entwickeln muss (und diese Entwicklung kann Jahre dauern, nicht nur deshalb braucht ein Trader auch Geduld).

Magier der Märkte 2Umgang mit Gewinnen und Verlusten

Sehr interessant fand ich die Aussage “Amateure gehen an großen Verlusten pleite, Profis an kleinen Gewinnen”. Womit wir wieder bei der bekannten Börsenweisheit “Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen” wären. Wer die erste Satzhälfte nicht kapiert und konsequent umsetzt, hat überhaupt keine Chance, das ist klar. Die große Herausforderung ist das Gewinne laufen lassen bzw. ich würde es umformulieren in “Gewinne sinnvoll laufen lassen und realisieren”. Dieser Part ist für mich ein Stück weit Kunst und natürlich gehört auch viel Disziplin und Geduld dazu.

Konkrete Systeme oder Methoden sind auch in Magier der Märkte II nicht enthalten. Warum sollte ein Trader, der Millionen gemacht hat, auch so doof sein und seine Techniken preisgeben? Trotzdem sind die Interview-Inhalte absolut hochkarätig, da sie einen Haufen Praxiswissen und Erfahrungen von echten Tradern, die seit vielen Jahren erfolgreich sind, wiedergeben. Außerdem ist es für mich Inspiration pur, zu sehen, dass es eine ganze Reihe Trader gibt, die es geschaftt haben, aus einem kleinen Startkapital Millionen zu machen.

Das Buch Magier der Märkte II gehört für mich zu den besten Büchern für jemanden, der sich ernsthaft mit dem Thema Trading beschäftigt. Das Buch ist keine Gute-Nacht-Lektüre, sondern sollte in aller Ruhe – am besten mit Notizzettel und Stift – konzentriert durchgearbeitet werden. Außerdem kann man im Laufe seines Traderlebens die Magier der Märkte immer mal wieder als Nachschlagewerk nutzen. Strong buy!

What I learned losing a million Dollars

Jim Paul hat in 75 Tagen genau gesagt 1,6 Millionen Dollar verloren und sogar noch ein Buch darüber geschrieben, damit anderen so etwas nicht passiert. What I learned losing a million Dollars ist erst einmal anders. Denn es ist vermutlich das einzige Trading-Buch, das sich fast ausschließlich mit dem Thema Verluste beschäftigt. Gerade für Anfänger ist das natürlich uninteressant, denn die gewinnen ja ständig und werden ganz schnell reich. Warum sich also mit dem Thema Verluste intensiver beschäftigen?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Umgang mit Verlusten!

What I Learned losing a Million Dollars

Jim Paul macht eine ganz einfache Rechnung auf: Nachdem er die Stories von Dutzenden erfolgreicher Trader gehört und deren Handelsansätze kennengelernt hatte, stellte er fest, dass jeder Trader eine andere Methode hatte, mit der er erfolgreich war. Es gibt also zahllose Möglichkeiten, um an den Märkten Gewinne zu erzielen. Demzufolge müsste das “Geheimnis” woanders liegen – nämlich bei den Verlusten. Jeder noch so erfolgreiche Trader hat zahlreiche Verlust-Trades. Die besten schaffen es aber, ihre Verluste konsequent so klein zu halten, dass sie unter dem Strich gewinnen.

Im ersten Teil des Buches erzählt Jim Paul von seinem Werdegang, bevor er mit der Finanzbranche in Kontakt kam. Wie ein roter Faden ziehen sich Situationen durch sein Leben, in denen er die Regeln bricht und (trotzdem) Erfolg hat. So manifestiert sich bei ihm mit der Zeit das Gefühl, immer zu gewinnen, egal was er tut. Er glaubt, den “Midas Touch” zu haben…

Glückssträhnen können sich über Jahre hinziehen…

Irgendwann landet er schließlich auf dem Trading Floor in Chicago und ist dort auch einige Zeit erfolgreich. Nach nur 6 Monaten wird er sogar in den Vorstand der CME gewählt und fühlt sich nun unbesiegbar.

Sehr schön ist der running gag: “Ich dachte, besser könnte es nicht mehr werden – aber es wurde noch besser”, der immer wieder im Buch auftaucht. Bis irgendwann der Trade seines Lebens am Hoch angekommen ist… da heißt es dann: “Ich dachte, besser könnte es nicht mehr werden – und ich hatte recht.”

Ein einziger Trade zerstört ein Lebenswerk

Mit einem einzigen Trade, der etwa zweieinhalb Monate läuft, reißt er sich und seine Familie in den finanziellen Ruin, zerstört seine gesamte Karriere und alles, was er in 15 Jahren aufgebaut hat.

Teil zwei des Buches ist überschrieben mit Lessons Learned – also den aus dem Verlust gelernten Lektionen. Hier werden sehr interessant und ausführlich die psychologischen und emotionalen Hintergründe durchleuchtet.

Die Quintessenz aus Teil 3 “Tying it all together” ist – wie sollte es anders sein: Du brauchst einen Plan, an den Du Dich konsequent hältst.

Zusammenfassung: What I learned losing a million Dollars

Als Gesamtpaket bietet What I learned losing a million Dollars inhaltlich nichts revolutionär Neues, aber diese detaillierte und anschauliche Erklärung, was psychologisch bei (großen) Verlusten passiert, war für mich sehr interessant.

Außerdem kommt der Inhalt sehr glaubwürdig rüber, da der Autor diese extremen Erfahrungen selbst durchlebt hat und weiß, wovon er spricht (was man beileibe nicht von allen Trading-Büchern behaupten kann…).

Im letzten Absatz des Buches fasst Jim Paul griffig zusammen: “Die Formel fürs Versagen ist es, Verluste persönlich zu nehmen.”

Berühmte letzte Worte eines losers: “Ich kann hier nicht aussteigen, sonst verliere ich zu viel.”